Örökségünk – A Bethlen család történelmi útja
Der Name Bethlen – sei es der Hauptzweig von Bethlen oder die Linie von Keresd – ist seit Jahrhunderten untrennbar mit der Geschichte Siebenbürgens verbunden. Doch nur wenige wissen: Dieser Name steht nicht nur für Wappen, Paläste oder fürstliche Titel. Die Geschichte der Bethlens ist keine Chronik von Legenden, die in prunkvollen Sälen entstanden sind, sondern die Geschichte fleißiger Hände, starker Schultern und ausdauernder Herzen.
Auf dem Gut der Bethlen-Familie von Bethlen in Keresd, dessen Schlossmauern noch heute erzählen, wurde kein bequemes, sorgloses Leben geführt. Die Familienmitglieder arbeiteten über Generationen hinweg gemeinsam auf den Feldern, führten die Güter und übernahmen die Pflichten, die mit ihrem Rang verbunden waren. In Siebenbürgen bedeutete Adel nicht nur Rechte, sondern auch Arbeit und Verantwortung: Grundbesitzer konnte nur derjenige sein, der sich zuvor bewährt hatte – indem er einen wirtschaftlich erfolgreichen Hof führte, eine Gemeinschaft zusammenhielt und mit gutem Beispiel voranging.
Dieses Erbe war kein Lorbeerkranz des Ruhms, sondern ein moralischer Kompass. Und eben dieser Kompass wies den Weg, als die Geschichte eine düstere Wendung nahm.
Als man das Land, das Vermögen, die Namen und sogar die Möglichkeit zu arbeiten nahm, brachen meine Großeltern nicht zusammen. Hinter dem Namen Bethlen blieb nichts anderes zurück als die Liebe zur Arbeit, Ordnungssinn, Ehrgefühl und Durchhaltevermögen – jene Werte, die als wahres Erbe von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Meine Großeltern bauten zusammen mit ihren sechs Kindern ihr Leben aus dem Nichts wieder auf. Ohne Land, ohne Beziehungen, ohne berufliche Perspektiven. Die einen schleppten Kohlen, die anderen arbeiteten als Tagelöhner – doch sie beklagten sich nie und verloren niemals ihre Menschlichkeit. Die Vergangenheit ging verloren, aber ihre innere Haltung blieb.
Diese Haltung ist es, die auch mein Vater an uns weitergegeben hat: dass nichts ewig währt außer dem, was wir aus uns selbst heraus aufbauen. Nicht der Name, nicht der Rang, sondern die menschliche Qualität. Nichts ist selbstverständlich, für alles muss man arbeiten.
Das Erbe der Familie Bethlen ist für mich keine Liste historischer Verdienste, sondern eine lebendige Erinnerung daran, wie man sowohl Aufstieg als auch Fall mit Würde tragen kann. Tradition bedeutet nicht, die Kulissen der Vergangenheit zu kopieren, sondern Werte weiterzugeben.
Vom Geist dieses Erbes lebt auch Bethlen Ékszer. In jedem einzelnen Stück spiegelt sich die Familiengeschichte wider: die Wertschätzung für Handwerkskunst, die zeitlose Schönheit der Formen und das Bestreben, bleibende Werte zu schaffen – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für kommende Generationen.
Násfa – Das Verlobungsjuwel von Fürst Gábor Bethlen von Siebenbürgen und Katharina von Brandenburg
Im Zentrum des Schmuckstücks dominiert ein rot emailliertes Herz, gefasst in eine schildförmige Umrahmung aus Diamanten und Smaragden, das zu beiden Seiten von je einer Hand mit Ring am Zeigefinger gehalten wird. Unten bilden ein Totenschädel, oben ein Anker, ein Kreuz, eine herzogliche Krone und vor allem die beidseitig ausgebreiteten Flügel die wichtigsten bildhaften Elemente. Darüber hinaus ergänzen ein emailliertes Taubenpaar, eine Schlange, Pfeile, Laubwerk und Blüten das überwiegend biblisch geprägte Symbolsystem. Die das Herz haltenden Hände und das Taubenpaar waren auf den Braut- und Trauschmuckstücken jener Zeit unverzichtbare Motive und machen auch hier eindeutig die Bestimmung des Schmuckes als Hochzeits- bzw. Verlobungsschmuck deutlich. Die so umfangreiche Verwendung sakraler Symbole war im Kontext der Ehe jedoch eher untypisch und lässt sich wohl mit der tiefen Religiosität des Fürsten erklären. Auf die aus einzelnen Blechen zusammengesetzte Rückplatte wurde auf der Rückseite als ungewöhnliche Lösung ein durchbrochen gearbeitetes, graviertes Pseudo-Rückteil in Form eines Ankers montiert.
Auf der für die Erforschung der Goldschmiedekunst bis heute maßgeblichen Goldschmiedeaustellung des Jahres 1884 wurden fünf ähnliche Schmuckstücke aus den Sammlungen von Ödön Zichy, Lajos Tisza, Antal Zichy, Manó Andrássy und Ferenc Berényi gezeigt. Zugleich war dies das erste und letzte Mal, dass alle fünf Stücke gemeinsam zu sehen waren.
Das im Museum für Angewandte Kunst aufbewahrte Násfa ist mit jenem Stück identisch, das 1884 von Ödön Zichy (1811–1894) ausgestellt wurde und 1906 aus dem Besitz seines Sohnes Jenő Zichy (1837–1906) in die Städtische Galerie gelangte, von wo es 1953 in die Sammlung des Museums überging.
Im Katalog der Ausstellung von 1884 findet sich zwischen den Beschreibungen der einzelnen Schmuckstücke auch eine Zusammenfassung der mit den Objekten verbundenen Überlieferung: Der Überlieferung nach trugen bei der Hochzeit von Fürst Gábor Bethlen mit Katharina von Brandenburg sechs Pagen und der Fürst selbst ein solches Násfa; die der Pagen waren aus Silber, das des Fürsten aus Gold.
Das ungewöhnliche, im Museum für Angewandte Kunst befindliche Stück ist aus Silber gefertigt; damit lassen sich seine stellenweise bescheidenen technischen Lösungen und die etwas grobe Ausführung erklären. Die große Zahl eingefasster Edelsteine, die einst prachtvolle Emaildekoration und Vergoldung stützen allerdings die Theorie vom „nur zum Schein bestimmten Gelegenheitsschmuck“. Nach einer an der Überlieferung orientierten Forschungshypothese entstand unser Schmuckstück als Abzeichen-Schmuck anlässlich der 1626 in Kaschau (Košice) gefeierten Hochzeit von Fürst Gábor Bethlen von Siebenbürgen und Katharina von Brandenburg – als eine Art ephemeres Schmuckstück, eines jener Stücke also, die für die Mitglieder des engeren fürstlichen Gefolges bestimmt waren, während die aus Gold gefertigten Exemplare dem fürstlichen Paar vorbehalten blieben.
Von der Silberversion des Schmuckstücks sind zwei weitere Exemplare bekannt: eines befindet sich in den Musées royaux d’Art et d’Histoire – Musée du Coeur Boyadjian in Brüssel, das andere wird im Ungarischen Nationalmuseum aufbewahrt.
Eine in Gold gefertigte analoge Version des Násfa befindet sich in der Sammlung des Grünen Gewölbes in Dresden (Inv.-Nr. VIII 288). Vermutlich wurde sie von Katharina von Brandenburg bei der fürstlichen Hochzeit 1626 getragen und gelangte 1631, als sie nach dem Tod ihres Gemahls Siebenbürgen verließ, mit ihr fort. Ein weiteres, ebenfalls goldenes Stück – möglicherweise einst das vom Bräutigam getragene Gegenstück – wurde auf der Goldschmiedeaustellung von 1884 unter der Nummer 13 aus der Sammlung von Graf Antal Zichy gezeigt.
Neuere Forschungsansätze stellen jedoch die Entstehung der Silberexemplare im 17. Jahrhundert in Frage. Vertreter dieser Auffassung erkennen in den formalen und fertigungstechnischen Merkmalen der Stücke typische Lösungen der historisierenden Schmuckkunst des 19. Jahrhunderts; ihre vermeintliche authentische Bedeutung beruhe lediglich auf einer durch schriftliche Quellen nicht belegten, traditionsartigen Überlieferung unbekannten Ursprungs.




